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BMF bestätigt neue Pläne: Bringt die Reform echten Spielerschutz oder nur den Schutz des Monopols?

In den Gängen des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) in Wien herrscht Hochbetrieb. Wie offizielle Quellen im Januar 2026 bestätigen, arbeitet die Regierung unter Hochdruck an einem neuen Gesetzesentwurf, der das Gesicht des österreichischen Glücksspiels für das nächste Jahrzehnt prägen wird. Da die aktuellen Konzessionen für die 12 landbasierten Casinos sowie die einzige Online-Lizenz im Jahr 2027 auslaufen, stehst du mit dem Rest des Landes am Scheideweg. Die Branche blickt gespannt darauf, ob Österreich das Online-Casino-Monopol bis 2027 tatsächlich beendet oder an alten Strukturen festhält.

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BMF korrigiert umstrittenen Gesetzesentwurf nach massiver Kritik aus der Branche

Der Weg zu dieser Reform war steinig. Bereits im Dezember sorgte ein vorab bekannt gewordener Entwurf für Entsetzen bei Experten und Betreibern. Dieser erste Plan sah vor, das bestehende Monopol fast unverändert beizubehalten, während gleichzeitig drastische technische Sperrmaßnahmen gegen alle anderen Anbieter eingeführt werden sollten. Nach heftigem Widerstand und Vorwürfen, der Entwurf sei unausgegoren, ruderte das Finanzministerium zurück. Der nun in Arbeit befindliche Text verspricht eine echte „Weiterentwicklung“ – ein Begriff, der bereits im Koalitionspakt auftauchte und die Basis für die bevorstehende Reform in Österreich bildet.

🛡️Spielerschutz: Das Herzstück der Reform
  • Einheitliche Standards: Identische Spielerschutzregeln für Online-Casinos und stationäre Spielbanken sorgen dafür, dass du überall gleich sicher bist.

  • Altersabhängige Verlustlimits: Ein innovativer Ansatz, bei dem die maximalen Verluste je nach Lebensalter gedeckelt werden.

  • Neue Aufsichtsbehörde: Bis 2029 soll eine völlig unabhängige Glücksspielbehörde die bisherigen Kompetenzen des BMF übernehmen.

Die Monopol-Debatte: Stillstand oder Marktöffnung?

Österreich nimmt in Europa eine Sonderstellung ein. Während andere Länder auf ein Mehrfach-Lizenzmodell setzen, klammert sich Wien bisher an das Monopolmodell. Aktuell hält win2day die einzige Online-Lizenz, während der Staat über die ÖBAG selbst mit 33% an den Casinos Austria beteiligt ist. Laut dem Experten Arthur Stadler laufen sechs der zwölf nationalen Offline-Lizenzen 2027 aus. Die Branche warnt, dass ein außer Kontrolle geratener Casino-Schwarzmarkt die Folge ist, wenn keine legalen Alternativen geschaffen werden. Monika Racek, CEO von Admiral, betont, dass du im Monopol keinerlei Schutz durch Limits oder Sperren erfährst, da du schlicht in den unregulierten Raum abwanderst.

📊 Markt-Szenarien im Vergleich
Faktor Szenario A: Monopol Szenario B: Liberalisierter Markt
Anbieter-Vielfalt Nur 1 Lizenznehmer (win2day) Geschätzt 30+ lizenzierte Anbieter
Kanalisierung Geringer; Abwanderung in Graumärkte Hoch; Spieler bleiben im System
Steuereinnahmen Stabil, aber limitiert Deutlicher Anstieg durch Lizenzen
Spielerschutz Oft umgangen Wettbewerb um sicherste Umgebung
Kontrolle Fokus auf Netzsperren Unabhängige Behörde (geplant 2029)

High-Tech-Überwachung und drastische Strafen

Das BMF plant, die Zügel extrem straff zu ziehen. Um illegale Anbieter aus dem Markt zu drängen, sieht der Entwurf Payment Blocking, Domain-Sperren und sogar verdeckte Testspiele durch Regulatoren vor. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Wilden Westen im Internet zu beenden. Simon Priglinger-Simader (OVWG) warnt jedoch, dass solche Sperren ohne vorherige Lizenzierung steuerlich kontraproduktiv seien. Dass Bewegung im Markt ist, zeigt auch die Wirtschaft: Tipico übernimmt Admiral und stärkt damit seine Präsenz in der Alpenrepublik massiv. Gleichzeitig investieren Firmen in lokale Identität, wie man sieht, seit Pragmatic Play ein Live-Studio im Wiener Look eröffnet hat.

🔍 Branchen-Highlight: Die rechtliche Komponente

Die Reform ist auch eine Antwort auf den steigenden juristischen Druck. Viele Spieler fordern derzeit Verluste zurück – ein Thema, das auch international für Furore sorgt, wie die Spieler-Rückerstattungs-Saga vor dem EU-Gerichtshof beweist. Ein rechtssicheres, österreichisches Lizenzmodell könnte solche Klagewellen in Zukunft eindämmen und sowohl Anbietern als auch dir als Kunden Klarheit verschaffen, wie sie in unserem Guide über ortsgebundene Spielbanken in Österreich bereits für den klassischen Sektor skizziert wird.

Was kommt als Nächstes?

Der Druck auf das Finanzministerium wächst. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach maximaler staatlicher Kontrolle, auf der anderen Seite die ökonomische Realität eines digitalen Weltmarktes. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das BMF den Mut für eine echte Marktöffnung aufbringt oder ob man versucht, ein digitales Zeitalter mit analogen Mauern zu regulieren.

Wird Österreich im Jahr 2027 tatsächlich die Tore für den freien Wettbewerb öffnen, oder bleibt das „Fort Knox des Glücksspiels“ trotz aller Modernisierungsversprechen eine verschlossene Festung?

Thomas Kellner - Casino Experte

Thomas Kellner

Casino Experte

396 Artikel
Ich bin Thomas und seit über 20 Jahren in der Casino-Branche tätig. Genauigkeit, Qualität und Transparenz sind mir besonders wichtig, besonders, wenn es um Online-Casinos geht. Durch meine Erfahrung im Glücksspiel und in der Redaktion sorge ich dafür, dass Inhalte verständlich, präzise und gut recherchiert sind. Bei CasinoTopsOnline bin ich für Testberichte und Neuigkeiten aus der Glücksspielwelt verantwortlich. Da sich die Branche ständig verändert, gibt es immer wieder Neues zu entdecken!

Faktencheck von Petra Zeitz

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