GGL- Update 2026: neue Offensive gegen den Schwarzmarkt
Mit Blick auf das Jahr 2026 verschärft die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ihren Kurs im Verbraucherschutz deutlich. Kern der neuen Offensive ist die frisch veröffentlichte Informationsbroschüre „Illegales Glücksspiel im Internet – erkennen, vermeiden, melden“. Ziel ist es, die Spieler systematisch dabei zu unterstützen, Angebote des illegalen Glücksspiel-Schwarzmarktes frühzeitig zu erkennen und zu meiden.

Mehr Transparenz für Spieler: Der Strategiewechsel der GGL
In der Vergangenheit setzte die GGL vor allem auf gezielte Warnhinweise zu einzelnen Problemfällen. Ein bekanntes Beispiel war die öffentliche Warnung vor irreführenden Angeboten rund um El Gordo.
Mit der neuen Broschüre geht die Behörde nun einen Schritt weiter. Statt Einzelfälle isoliert zu betrachten, liefert sie einen systematischen Leitfaden zur Identifikation illegaler Glücksspielangebote.
Mit der Broschüre, die typische Muster, Designs und Geschäftsmodelle des Schwarzmarktes offenlegt, sollen die Nutzer sensibilisiert werden und unseriöse Angebote schneller erkennen.
Im November 2025 warnte die GGL vor unseriösen Angeboten zur El Gordo Weihnachtslotterie. Zahlreiche Webseiten erweckten den Eindruck, die Spieler nähmen direkt an der offiziellen spanischen Weihnachtslotterie teil. Tatsächlich schlossen die Nutzer jedoch lediglich Wetten auf das Ergebnis ab, sogenannte Sekundärlotterien, die in Deutschland nicht erlaubt sind und keinerlei staatliche Kontrolle unterliegen.
Hohe Relevanz für den deutschen Markt
Besonders für Spieler und Anbieter in Deutschland hat das Update Bedeutung. Die GGL betont erneut, dass nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis bei Ein- und Auszahlungen oder im Streitfall Rechtssicherheit bieten.
Zentrales Instrument bleibt dabei die GGL-Whitelist, auf der alle legalen Online-Glücksspielangebote gelistet sind. Ergänzt wird diese durch das GGL-Prüfsiegel, das Transparenz und geprüfte Spielerschutzstandards signalisiert.
Illegale Anbieter hingegen fallen laut GGL häufig durch aggressive Akquise-Strategien auf. Dazu gehören überzogene Bonusversprechen, fehlende Einsatzlimits, keine Hinweise auf Sperrsysteme oder problematische Werbung über soziale Netzwerke.
Illegale Anbieter nutzen zunehmend Influencer-Marketing, Streaming-Plattformen und soziale Netzwerke, oft ohne Altersverifikation oder klare Kennzeichnung. Gerade junge Zielgruppen werden so mit scheinbar harmlosen Glücksspielinhalten konfrontiert.
Die neue GGL-Ressource ergänzt hier die bereits verschärften Werberichtlinien der ESGW 2025, indem sie Nutzer befähigt, illegale Werbung selbst zu erkennen. Fehlende Hinweise auf Spielerschutz, aggressive Call-to-Actions oder die Bewerbung von Angeboten außerhalb der GGL-Whitelist gelten als klare Warnsignale.
Lizenzierung als Schlüssel zur Sicherheit
Nur lizenzierte Anbieter bieten Verbraucherschutz und rechtliche Sicherheit. Die neue Broschüre macht dabei klar, dass staatliche Kontrolle allein nicht ausreicht, um den Schwarzmarkt wirksam einzudämmen.
Vielmehr setzt die GGL gezielt auf die Stärkung der Nutzerkompetenz. Informierte Spieler sollen in die Lage versetzt werden, illegale Angebote selbst zu erkennen, Risiken realistisch einzuschätzen und problematische Plattformen zu meiden.
Prävention wird damit als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden, bei der Aufsicht, legale Anbieter und Konsumenten ineinandergreifen müssen. Mit dem neuen Leitfaden setzt die GGL daher auf Aufklärung als wirksamstes Mittel gegen den wachsenden Online-Schwarzmarkt.
Die neue Aufklärungsinitiative der Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ist ein wichtiger Schritt, weil sie den Fokus erstmals konsequent auf Prävention statt nur auf Verbote legt. Wer typische Schwarzmarkt-Muster erkennt, ist deutlich weniger anfällig für irreführende Angebote. Besonders der klare Verweis auf die GGL-Whitelist schafft eine dringend benötigte Orientierung.